Methoden A-Z

 

Bitte scrollen Sie! Sie finden hier Einträge zu Erfolgsteam, Heldenreise und Körperarbeit

Erfolgsteam

Es ist Unterstützung, welche die Träume vor dem Abgleiten in das Nichts rettet. (Barbara Sher)

Erfolgsteams sind Ende der 1970er Jahre von Barbara Sher (USA) entwickelt worden. Sie erkannte in ihrer Beratungspraxis, dass die besten Vorsätze und Veränderungswünsche immer wieder am Alltag scheitern. Alleine auf sich gestellt verlieren die meisten Menschen den Mut – oder fangen gar nicht erst an, ihre Wünsche und Träume zu verwirklichen.

In seiner Reinform besteht ein Erfolgsteam aus vier bis sechs Personen. Das Team trifft sich regelmäßig, mind. 1 x Monat. Zunächst findet jedes Teammitglied heraus, welchen Wunsch oder welches Ziel es verfolgen möchte. Dann wird der Weg zum Ziel mittels einer Schritt-für-Schritt-Methode detailliert geplant. Jedes Teammitglied macht sich von Treffen zu Treffen auf seinen Weg und erledigt einzelne Schritte. In den Treffen berichtet man den anderen über die Fort- und Rückschritte, hilft sich gegenseitig, erinnert sich an die gesetzten Ziele und feiert gemeinsam kleine und große Erfolge.

Dieses Zitat von Barbara Sher veranschaulicht, wie Erfolgsteams entstanden sind und wie sie wirken:

„Im Jahr 1972 leitete ich das erste Erfolgsteam. Damals experimentierte ich mit meiner Gesprächsgruppe, die ich in ein Unterstützungsteam verwandelte, das jeder Person im Raum helfen sollte, die eigenen Träume zu finden und sie zu verwirklichen. Die Resultate waren erstaunlich. Wir schafften es, dass eine von uns ihr lang ersehntes Jurastudium aufnahm; eine andere bewarb sich endlich bei der Kunsthochschule und wurde dort auch aufgenommen; und es gelang uns, eine Mitstreiterin in der Produktionsfirma der Sesamstraße unterzubringen. Wir halfen, Wohnungen zu bekommen und persönliche Veränderungen einzuleiten. In einer Zeit, in der die Stadt New York kein Geld hatte und Leute entließ, halfen wir einer von uns dabei, gleich 3 Arbeitsangebote als Stadtplanerin zu bekommen. […]

Damals wurde mir klar, dass alles falsch war, was man mir hinsichtlich erfolgreichen Handelns beigebracht hatte. In unserer Gruppe verwirklichten wir einen Traum nach dem anderen ohne auch nur ein bisschen „positiv zu denken“. Sätze wie „du musst an dich glauben“, „liebe dich selbst“, etc. wurden von uns gar nicht beachtet. Ganz im Gegenteil: wir klagten so oft, dass ich daraus eine „Methode des Jammerns“ machte, die es uns erlaubte, alle negativen Gedanken auszudrücken, ja zu feiern und darüber zu lachen, bis wir wieder an die Arbeit gehen konnten.

Nichts hätte deutlicher sein können: Wenn es darum geht, Träume Wirklichkeit werden zu lassen, dann zählt einzig und allein Unterstützung. Ob wir positiv denken oder eine negative Einstellung haben: was uns zurückwirft und verharren lässt ist der Glaube, dass wir alles selber und ganz alleine tun müssen. Isolation tötet Träume in einem viel größeren Ausmaß als eine negative Einstellung oder pessimistische Gedanken! Es ist Unterstützung, welche die Träume vor dem Abgleiten in das Nichts rettet.

Seitdem ich diese ganz erstaunliche Wahrheit entdeckt habe, träume ich von einer Welt, in der jede und jeder die Unterstützung bekommt, die er oder sie braucht, um die eigenen Träume und Talente zu verwirklichen. Ich möchte der Hoffnungslosigkeit, der Verschwendung von Talent, Energie und Glück, die aus zu wenig Unterstützung resultiert, ein Ende bereiten.“ (Quelle: http://www.erfolgsteams-online.de/1ET.html; 08. Januar 2016)

Zum Weiterlesen (keine Voraussetzung für die Teilnahme an der Jahresgruppe)

  • Sher, Barbara; Barbara Smith: Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will. – München: Dtv, 2005
  • Sher, Barbara: Wishcraft: vom Wunschtraum zum erfüllten Leben, Neue Aufl., Edition Schwarzer, 2014

Heldenreise

„Wir müssen bereit sein, das Leben, das wir geplant hatten, aufzugeben, um das Leben zu bekommen, das auf uns wartet.” (Joseph Campbell)

Die Geschichte einer Figur, dem Helden oder der Heldin, in Mythen, Märchen, Romanen sowie mündlich überlieferten Geschichten und Filmen basieren häufig auf einer sogenannten Heldenreise. Die Heldenreise ist eine Erzählstruktur, die den typischen Veränderungsprozess der Hauptfigur abbildet:

Die Heldin oder der Held erhalten einen Ruf zur Veränderung und folgen diesem Ruf. Meist müssen Sie dafür bereits eine erste Hürde überwinden: Jemand will sie von der Reise abhalten oder sie selber die Reise erst gar nicht antreten, wenn der Ruf nicht von innen kommt. Sie verlassen die gewohnte Welt und überqueren die Schwelle zur neuen Welt, nachdem sie dem Türhüter begegnet sind. In der neuen Welt, dem Abenteuer, gilt es Prüfungen, innere und äußere Widerstände oder Dämonen zu überwinden. Glücklicherweise wird dem Helden dafür meist ein Mentor zur Seite gestellt.

Um hier nicht die ganze Geschichte zu erzählen: Wissen Sie wie es weitergeht? Ganz bestimmt, denn Sie kennen tausende Geschichten und dazu noch Ihre eigenen Geschichten.

Die archetypische Grundstruktur, die den meisten Geschichten zugrunde liegt, hat der amerikanische Mythenforscher Joseph Campbell (1904–1987) erforscht. Auf Campbell basierend hat die Heldenreise, oder auch Heldenfahrt (Hero’s Journey), in der Literatur und vor allem im amerikanischen Film großen Einfluss erlangt. In Hollywood hat Christopher Vogler mit seinem Buch The Writer’s Journey (Die Odyssee des Drehbuchschreibers) das Modell bekanntgemacht. DrehbuchautorInnen und Storyteller, aber auch Werbetexter und SpieleentwicklerInnen weltweit arbeiten nach wie vor mit der Heldenreise.

Campbells Zyklus der Heldenfahrt wurde aber auch von zahlreichen TherapeutInnen und Coaches, wie beispielsweise Paul Rebillot zu einem psychologischen Training weiterentwickelt.

Zum Weiterlesen (keine Voraussetzung für die Teilnahme an der Jahresgruppe)

  • Campbell, Joseph: Der Heros in tausend Gestalten, insel taschenbuch, 1999
  • Rebillot, Paul: Die Heldenreise. Das Abenteuer der kreativen Selbsterfahrung, Eagle Books, 2012
  • Vogler, Cristopher: Die Odyssee des Drehbuchautors, Edition Zweitausendeins, 2010
  • Wikipedia-Einträge: Heldenreise, Joseph Campbell, Paul Rebillot
  • e-book zum Download von Waltermedia

Körperarbeit

(Text von Katrin Werner)

Veränderungsprozesse können nur dann nachhaltig sein, wenn sie unser Denken, unsere Emotionen, aber auch unseren Körper mit einbeziehen. Denn alles was wir fühlen, fühlen wir in unserem Körper. Es gibt keine Gefühle ohne eine körperliche Reaktion. Unser Körper ist „Speicher“ unserer Emotionen, aber auch der „Vermittler“, über den Gefühle ihren Ausdruck finden. Verschiedene Geisteszustände, wie zum Beispiel Wut, Angst, Trauer, treten immer zusammen mit körperlichen Reaktionen auf.

Glaubenssätze und emotionale Verhaltensmuster führen auf der Körperebene zu verfestigten Gewebestrukturen und Spannungen. Erst wenn wir die somatischen Strukturen auf der Körperebene ‚verflüssigen‘ oder ins Fließen bringen, wird eine nachhaltige Verhaltensänderung möglich. Dann bleiben Einsichten und Erkenntnisse nicht nur im Kopf, sondern können sich auch verkörpern.

Im Spiegel des Körpers betrachten wir persönliche Ressourcen und Potentiale. Gerade in Zeiten von großer Veränderung und Komplexität kann der Körper ein Fels in der Brandung sein. Seine Fähigkeit, nicht-rational wahrzunehmen, öffnet uns für neue Wege. Intuition kann sich ganz besonders im Zustand der Entspannung gut entfalten. Im Merken passiert oftmals mehr als im Machen. Über diese Leichtigkeit und Wirkkraft kann man immer wieder neu staunen. Die Stimme des Körpers zu hören und zu verstehen macht kreative Lösungen möglich.

Veränderungen lassen sich also von beiden Seiten, der geistigen und körperlichen, erreichen. Die Schulung von heilsamen Geisteszuständen (Güte, Liebe, Mitgefühl) wird auch körperliche Auswirkungen haben. Ebenso können körperliche Übungen, Atemtraining, aktive Meditationsarten, wie Chi Gong, Makko Ho Übungen, Yoga, wie auch Achtsamkeits-Körperübungen heilsame Geisteszustände erzeugen.

Einsicht in den Körper erlangen wir (laut Buddha) durch:

  • Meditation
  • Bewusstsein im Hier und Jetzt
  • einen schonungslosen, analytischen Blick auf unseren Körper und
  • das Bewusstsein unserer Vergänglichkeit und Sterblichkeit

Ein Musiker sagte sinngemäß zu seinem Schüler, der etwas über sein Instrument und das Musizieren lernen wollte:

Wenn Du die Saite zu stark spannst, zerreißt sie. Spannst du sie zu locker, kannst Du keinen Ton erzeugen.

Es gilt also die Einheit aus Körper, Geist und Seele – weder zu straff, noch zu locker – in Balance zu bringen.